Melaten Friedhof Köln

Der Name "Melaten" kommt aus dem Französischen und bedeutet krank sein, "malade".  Den Namen gab man dem Gelände vor den Stadttoren, auf dem sich heute der Friedhof befindet, ab dem 12. Jahrhundert, da sich dort ein Heim für Leprakranke befand, zu dem auch der Hof Melaten gehörte. Wer als leprakrank galt, war ein Aussätziger, der das Gelände nur an bestimmten Feiertagen zum betteln verlassen durfte. 1243 wurde erstmals der „hoff to Malaten“ urkundlich erwähnt.

Auch in weiteren Zeiten war das Gelände ein Ort des Todes.

Die öffentliche Hinrichtungsstätte der Stadt befand sich auf dem Rabenstein beim Gutsgelände neben dem Friedhof.  1529 wurden hier zwei Protestanten, Peter Fliesteden und Adolf Clarenbach, wegen ihres Glaubens verbrannt. Zur Zeit der Hexenverfolgungen Anfang des 17. Jahrhunderts wurden hier 30 Frauen und Mädchen getötet.

1797 wurde mit dem Kirchenräuber Peter Eick der letzte Mensch auf Melaten hingerichtet. 

Während der französischen Besatzungszeit in Köln änderte sich das Begräbniswesen durch ein Kaiserliche Dekret über die Begräbnisse („Décret sur les sépultures“), von Napoleon am 12. Juni 1804 erlassen. Es untersagte Beerdigungen innerhalb von Städten, Dörfern und geschlossenen Gebäuden, was vor allem hygienische Gründe hatte.

Die Stadtverwaltung kaufte deshalb ein Grundstück auf dem Gelände des ehemaligen Leprosenasyls und ließ die meisten Gebäude abreißen. Die Kapelle des Leprosenheimes wurde in den Friedhof integriert. Mit der Gestaltung des Friedhofes wurde Ferdinand Franz Wallraf beauftragt, der sich den Pariser Friedhof Pére Lachaise zum Vorbild nahm. Von Anfang an plante er den Friedhof auch als Erholungsstätte und als öffentliche Grünanlage. Am 29. Juni 1810 weihte der Dompfarrer Michael Josef Dumont den Melatenfriedhof ein und die Friedhöfe innerhalb der Stadt wurden geschlossen.

Im Jahre 1980  wurde der Friedhof unter Denkmalschutz gestellt.

Heute ist der Melatenfriedhof mit seinen 435.000 m² ein viel besuchtes Ausflugsziel, vor allem wegen der vielen hier bestatteten Prominenten, der interessanten Grabmäler und des parkartigen Charakters der Anlage, die eine ökologische Nische mitten in der Großstadt ist.